1CME

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Das Krankheitsbild der okklusalen Dysästhesie (OD) beschreibt das Phänomen, dass Patient*innen über Beschwerden, ausgehend von der Okklusion klagen, die klinisch nicht im Ausmaß des geklagten Leidensdrucks objektivierbar sind. Die Betroffenen sind zumeist psychosozial belastet und weisen u.a. Merkmale einer somatischen Belastungsstörung auf. Sie sind in hohem Maße bis ausschließlich fokussiert auf eine somatische/okklusale Ursache ihres Leidens und jeder noch so objektiv den Regeln der Kunst entsprechende Therapieversuch bei zumeist wechselnden Behandlern führt fast regelhaft zu einer Intensivierung der Beschwerden. Als ätiologische Faktoren werden psychopathologische Ursachen, Neuroplastizität, Phantomphänomene und Veränderungen der propriozeptiven Reize und ihrer Übertragung diskutiert. Zur Vermeidung eines für alle Beteiligten hoch belastenden Polypragmatismus ist das frühzeitige Erkennen einer solchen Störung und ein angemessener wertschätzender Umgang mit den Betroffenen entscheidend.
